Startseite 2018-04-15T08:52:23+00:00

Zu Weihnachten empfinden wir besonders stark, wie eng wir in der Familie zusammengehören und was wir ihr verdanken.

Richard von Weizäcker

Weihnachtszeit – schönste Zeit des Jahres

Sie gilt vielen Menschen als die besinnliche Zeit und damit als die schönste Zeit des Jahres: die Weihnachtszeit. In den Städten und Dörfern beginnen die Weihnachtsmärkte, Häuser werden mit bunter Beleuchtung geschmückt, überall duftet es nach leckeren Weihnachtsplätzchen, nach Christstollen und Mandeln. Doch für viele Menschen hat die Weihnachtszeit ihre frühere religiöse Bedeutung verloren, so dass häufig nur die Freude am Konsum bleibt.

Natürlich ist die Weihnachtszeit auch eine Phase, in der man an Freunde und Bekannte denkt, um diesen zum Weihnachtsfest eine besondere Freude zu machen. Wer die Weihnachtszeit mit Ruhe und Besinnlichkeit und mit der Vorfreude auf das Wiedersehen mit der Familie zum Weihnachtsfest genießt, erlebt diese Zeit des Jahres von ihrer schönsten Seite.

Beginn und Ende der Weihnachtszeit

Traditionell beginnt die Vorweihnachtszeit mit dem ersten Adventssonntag. Dieser Sonntag liegt irgendwann zwischen dem 27. November und dem 03. Dezember des Jahres. Die eigentliche Weihnachtszeit beginnt mit der ersten Vesper (auch Christvesper genannt) am Heiligen Abend.  Die Weihnachtszeit endet im Januar je nach Konfessionszugehörigkeit mit der Erscheinung des Herrn am 06. Januar oder dem Fest zur Taufe des Herrn am Sonntag nach dem 06. Januar. Zu früheren Zeiten feierte man die Weihnachtszeit bis zum 02. Februar – exakt 40 Tage nach Weihnachten.

Nach der Überlieferung wurde die Weihnachtszeit im sechsten Jahrhundert von einem Papst namens Gregor dem Großen ins Leben gerufen. Auf ihn geht auch die Zahl der Adventssonntage zurück. Heute stehen die vier Sonntag im Advent und in der Weihnachtszeit für die 4000 Jahre, die die Menschen nach dem kirchlichen Glauben auf die Ankunft von Jesus Christus dem Erlöser warten musste. Unter Papst Pius V Wurde die Adventsliturgie der Römer für die Kirche angepasst.

Für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres

Für viele Menschen ist die Zeit vor Weihnachten die schönste Zeit des Jahres. In den Wochen vor Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal bei allen Verwandten, Freunden und Bekannten in Erinnerung zu rufen, für die das ganze Jahr über keine Zeit bleibt. Hinzu kommt, dass die Vorweihnachtszeit vor allem für Kinder einen magischen Zauber hat. In diesen Tagen will der Wunschzettel geschrieben werden, Plätzchen wollen gebacken und gegessen werden, Weihnachtskarten sollen geschrieben werden, der Weihnachtsbaum will besorgt und geschmückt werden.

Für Kinder gehört der Adventskalender unweigerlich zur Weihnachtszeit dazu, um die Zeit des Wartens auf das Christkind zu verkürzen. Wenn die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten angeschaltet wird, wenn die Weihnachtsbäume bunt beleuchtet wird und ganze Häuser in strahlendes Licht getaucht sind, ist für Jung und Alt klar, dass die ruhige und besinnliche Zeit des Jahres wieder angebrochen ist.

Die Adventssonntage bestimmen die Zeit

Die vier Sonntag vor dem 25. Dezember gehören in vielen Familien einer besonderen Tradition: Jeden Sonntag wird eine weitere Kerze auf dem Adventskranz angezündet. Nach dem kirchlichen Glauben ist der erste Adventssonntag durch die Wiederkunft Christi geprägt. Am zweiten und am dritten Adventssonntag geht es um Johannes den Täufer. Der vierte und letzte Adventssonntag ist der Mutter Gottes gewidmet.

Diese Zeit ist geprägt durch unterschiedliche religiöse und kirchliche Traditionen, die durch regionale Besonderheiten ergänzt werden. Einige von ihnen gehen nicht nur auf die christliche Überlieferung zurück, sondern sie sind Überreste aus der Glaubenswelt der alten Germanen und stammen damit von unseren Vorfahren jenseits des christlichen Glaubens.

In vielen Sitten spielt das Licht, das Feuer oder die Kerze eine besondere Rolle. Dadurch wollte man nach der Tradition die „bösen Geister“ abwehren. Gesetzliche Feiertage gibt es in dieser Zeit nicht, doch für kleine und große Kinder symbolisiert der Nikolaustag den Beginn der letzten spannenden Wochen, bevor das Christkind kommt.

Adventskranz und Lichter sind typische Symbole

Wie kaum ein anderes Zeichen steht der Adventskranz für die Weihnachtszeit. Nach christlichem Glauben soll er mit seinen vier Kerzen zeigen, dass Christus geboren wurde. Eigentlich ist der Adventskranz ein Brauch aus der evangelischen Kirche, der allerdings von der katholischen Kirche gerne übernommen wurde. An jedem Adventssonntag wird eine weitere Kerze angezündet, bis am vierten Sonntag schließlich alle Kerzen brennen. Kerzen und Lichtern kommt in dieser Jahreszeit überhaupt eine große Bedeutung zu.

In vielen Kirchen wird in der Weihnachtszeit eine einzelne Laterne mit einer Kerze angezündet. Sie steht für das Friedenslicht aus der Geburtskirche. Sie steht in Bethlehem und sollte von dort aus mit einer Lichtstafette bis nach Europa verbreitet werden. Die Besucher eines Gottesdienstes können ihre eigene Kerze an der Friedenskerze entzünden, um sie mit nach Hause zu nehmen.

Ein weiterer typischer Brauch für Kinder ist der Adventskalender. Ab dem 01. Dezember wird jeden Tag ein Türchen geöffnet, bis am 24. Dezember alle Türen offen sind. Besonders für Kinder verkürzt sich mit dieser liebgewonnenen Tradition das Warten auf den Heiligen Abend, wenn das Christkind kommt.

Diese Rolle spielt die Kirche in der Weihnachtszeit

Für viele Menschen ist der Gang zur Kirche am Heiligen Abend auch heute noch so etwas wie ein Brauch, den man gerne aufrecht erhält. Besonders für Kinder ist das Krippenspiel ein Erlebnis, das sie sich nicht entgehen lassen möchten. Dennoch hat die Kirche in der Vorweihnachtszeit im Alltag der Menschen vermutlich ein wenig an Bedeutung verloren. Wenn es gelingt, die Tradition aufrecht zu halten und ein wenig Zeit für Familie, Freunde und Bekannte zu finden, gewinnt die Weihnachtszeit noch mehr an Intensität, um in der Wahrnehmung die ruhige und besinnliche Zeit des Jahres zu bleiben.