Advent - Geschichte und Bedeutung der Adventszeit

Advent 2018-04-15T10:36:52+00:00

Adventszeit – Fastenzeit und Zeit der Besinnung für Christen

Frühe Christen adaptierten das Wort adventus Divi für „Ankunft des göttlichen Herrschers“. Dies bedeutet Verheißung auf die Geburt von Jesus Christus. In der langen Geschichte der Adventszeit entstanden feste Adventsbräuche, um diese Vorfreude auszudrücken. Teilweise ähneln sie anderen Winterbräuchen. Auch der moderne Kommerz nutzt die erwartungsfrohe Bedeutung der Adventszeit für saisonale Abverkäufe.

Adventszeit Adventskranz

Adventskranz – Symbol der Adventszeit

Geschichte der Adventszeit

Vor dem siebten Jahrhundert nach Christus war die katholische Adventszeit in vier bis sechs Adventssonntage – also uneinheitlich – eingeteilt. Papst Gregor der Große legte im 7. Jahrhundert vier Sonntage fest. An diesen sollte die „Zeit vor der Geburt des Herrn“ (tempus ante natale Domini) gefeiert werden. Mit der erwarteten Geburt des Heilands war der Glaube an Erlösung und Vergebung der Sünden verbunden.

Dementsprechend hat die Adventszeit den Charakter der Nächstenliebe, Vergebung und Großzügigkeit. Advent ab Einführung des Kirchenjahres eine strenge Fastenzeit. Erst 1917 hob das katholische Kirchenrecht diese Fastenaufgabe auf. Liturgisch hat sich die Bedeutung der Adventszeit vom schweren, büßenden Charakter hin zur Vorfreude mit Licht und Gesängen verändert. Evangelische Christen drücken diese Vorfreude durch festliche und besinnliche Vorbereitungszeiten aus.

Bedeutung der Adventszeit für moderne Christen

Der ursprünglich besinnliche Charakter der Adventszeit ist bis in die moderne Zeit erhalten geblieben. Gespräche und Gesänge der Besinnung, Reue und Nächstenliebe sind bei Veranstaltungen zum Adventssonntag dominant. Seit der Aufhebung des Fastengebots überwiegen opulente Vorbereitungen zum Schenken und Feiern.

Der Gedanke an den Heiligabend verbindet Christen und Nichtchristen in vielen Ländern. Das ist am teilweise besinnlicherem Umgang mit dieser Zeit zwischen erstem und viertem Advent zu bemerken. Grundsätzlich bleibt der Gedanke an die Aussicht auf Erlösung die Kernbedeutung der Adventszeit. In keinem anderen Glauben weltweit wird eine heilige Geburt auf so fürstliche Weise zelebriert. Weihnachten ist in vielen Ländern der Welt unbekannt oder wird ignoriert. Allerdings hat sich mancherorts die Freude am Schenken über den christlichen Glauben hindurch verbreitet.

Kommerzielle Aspekte der Adventszeit

Für den Handel mit Weihnachtsartikeln ist die Adventszeit ein Fest der Umsatzsteigerung. Sankt Nikolaus und Knecht Ruprecht oder das Christkind bescheren brave Kinder mit bezahlbaren Herzenswünschen. Adventsdekorationen füllen die Regale.

Die historischen Farben der Adventszeit

  • Violett
  • Grün
  • Gold

glitzern nun mit Silber und Weiß, Pink und Braun um die Wette.

Christlicher Glaube, Adventsbrauchtum und die Lust auf lichterfüllten Schmuck in der dunklen Winterzeit überlappen einander. In christlich geprägten Ländern gehört der Genuss von typischem Weihnachtsgebäck schon vor Beginn der Adventszeit zu den Vorfreuden. Wer nicht selbst bäckt, findet Hexenhäuschen und Printen, Pfeffernüsse und Lebkuchenherzen ab September in den Läden. Aufgrund der ständig steigenden Konsumfreudigkeit in der ursprünglichen Fastenzeit steigert sich das massenhafte Kommerzangebot an kulinarischen Genüssen und Konsumgütern vermutlich im Laufe der Jahre weiter.

Teil des Advents-Brauchtums im Vergleich zu ähnlichen Winterbräuchen

Armut und das Gebot des Fastens gehören zu den Urbräuchen des christlichen Kirchenjahres. Um besser durch die Fastenzeit zu kommen, wurden in manchen armen Gegenden Lichterstuben abgehalten. Die Christen sparten Licht und gelangten gemeinsam durch den Advent. Außer den Adventsliedern kirchlicher Komponisten gehen viele vorweihnachtliche Volksgesänge auf diesen Brauch zurück.

Generell ließen sich die Vorfreude auf die Geburt von Jesus Christus und der Hunger nach Licht und Genuss gut verbinden. Der Adventskranz und Lichterbögen sind dafür schöne Beispiele. Der Brauch des möglichst köstlichen Weihnachtsessens nach dem vierten Advent ist mehr als nur die Freude über die gelungene Geburt des christlichen Herrn. Damit endet historisch eine lange Zeit des Darbens gemäß katholischer Kirchengebote.

Fazit:
Die Adventszeit wurde in ursprünglich sechs, später vier Sonntagen vor der Geburt von Jesus Christus von der katholischen Kirche festgelegt. Inzwischen ist sie vom Büßen und Fasten weggegangen und zelebriert die besinnliche Vorfreude mit Nächstenliebe und Vergebung. Der Kommerz nutzt die Bedeutung der Adventszeit für die Gläubigen für das vermutlich beste saisonale Geschäft. Adventsdekorationen und kulinarische Genüsse werden auch von Nichtchristen freudig verwendet.