Weihnachtsmann – Geschichte und Brauchtum

Weihnachtsmann 2018-04-15T10:36:21+00:00

Woher kommt der Weihnachtsmann?

Der deutsche Weihnachtsmann hat große Ähnlichkeit mit anderen symbolhaften Gabenbringern an Weihnachten. VĂ€terchen Frost, Santa Claus, PĂšre NoĂ«l, das Christkind, Sinterklaas oder der Nikolaus und Knecht Ruprecht haben in anderen Regionen die gleiche Aufgabe.

Die Beliebtheit des weißbĂ€rtigen Mannes im Purpurmantel ist an Kartenmotiven, Weihnachtsdekorationen und sogar kulinarischen Weihnachtsleckereien zu erkennen.

Der Weihnachtsmann – Symbolfigur der Bescherung an Heiligabend

Eigentlich lĂ€sst sich der Weihnachtsmann nicht sehen, wenn er nachts zu Weihnachten braven Kindern Geschenke bringt. Doch bei einer Bescherung im 19. Jahrhundert war er bei seinem Werk wohl unvorsichtig. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die erste bildliche Darstellung vom pausbackigen, Ă€lteren Mann mit den freundlichen Schmunzelfalten und dem weißen Rauschebart entstanden. Vermutlich ist der Weihnachtsmann die zeitlich verschobene Weihnachtssymbolik des Heiligen Nikolaus.

Dieser brachte in der Adventszeit ursprĂŒnglich am 06.12. kleine Bescherungen zu den braven Kindern. Noch heute wird dieser Weihnachtsbrauch zusĂ€tzlich in vielen christlichen Regionen beibehalten. Streng genommen ist sogar die Weihnachtsmann Rute ein Rest dieses Ă€lteren Brauchs. Denn unartige Kinder erhielten zu den Bescherungszeiten des Nikolaus keine Geschenke, sondern nur eine Rute.

FigĂŒrliche Darstellung des Weihnachtsmannes

Die Bekleidung des Weihnachtsmanns lĂ€sst sich aus Abwandlungen frĂŒherer liturgischer GewĂ€nder des Nikolaus erahnen. Messgewand und Chormantel mussten dem purpurnen Mantel weichen. Aus Bischofsstab und Mitra wurden Rute und Gabensack. Es könnte bei der Entwicklung des heute dargestellten Weihnachtsmannes auch kleinasiatische und österreichische EinflĂŒsse eine Rolle gespielt haben.

Seit dem Holzschnitt von Thomas Nast aus 1881 hat der Weihnachtsmann Pausbacken, immer ein verschmitztes LĂ€cheln, hĂ€ufig (moderner nachgerĂŒstet) eine Lesebrille zum Erkennen der Wunschzettel. Die angeblich erst im 20. Jahrhundert hinzugedichteten Rentiere des Weihnachtsmanns gibt es in der US-amerikanischen Poesie tatsĂ€chlich schon seit 1821.

Ursprung des Weihnachtsbrauchs mit Bescherung und Weihnachtsmann

Die Bescherung lĂ€sst sich auf die frĂŒhen AnfĂ€nge des christlichen Kirchenjahres zurĂŒckverfolgen. ZunĂ€chst am 06. Dezember, spĂ€ter in der Nacht vom Heiligabend (24.12.) zum Weihnachtstag (25.12.), erhielten brave Kinder kleine Gaben zur Bescherung. Als Gabenbringer wurden Weihnachtsmann, Christkind und Ă€hnlich himmelgleiche Erscheinungen symbolisiert. Sie sollten streng und freundlich zugleich sein, sich liebevoll und großzĂŒgig zeigen und nur unartige Kinder vergessen oder bestrafen.

Die moderne ErzÀhlung von den magischen KrÀften des Weihnachtsmanns, seinen tierischen und elfischen Helfern sollen vor allem den Weihnachtsglauben bei Kindern erhalten. Der Freude am Schenken können sich nun auch Erwachsene nicht mehr entziehen.

Die Legende vom Coca Cola Weihnachtsmann

SelbstverstĂ€ndlich wurde der Coca Cola Weihnachtsmann aufgrund der schillernden Werbekampagne des GetrĂ€nkeherstellers ein wahrer Weltstar. Erfunden hat ihn das Unternehmen entgegen anders lautender Legenden aber nicht. Durch die stĂ€ndige Wiederholung des Weihnachtsmann-Auftritts in der Adventszeit hat sich das Bild des dicklichen, freundlichen BarttrĂ€gers mit rotem Gewand und weißem Pelz zum weißen Bart tief in den Glauben und die Vorstellung der Menschen eingeprĂ€gt.

In dieser Gestalt entstand der Weihnachtsmann aber eigentlich schon durch den Maler Thomas Nast ab dem Jahr 1881. Dieser entnahm seine Vorstellung der Farben und Figur einem Weihnachtsmann-Gedicht aus den USA aus dem Jahr 1821.

Briefe an den Weihnachtsmann – mit eigenem Weihnachtspostamt weltweit

Der Nordpol ist nach allgemeinem Kinderglauben der feste Wohnsitz des einzig wahren Weihnachtsmannes weltweit. Die Finnen glauben ihn in Korvatunturi (Lappland), die DĂ€nen in Nuuk (Grönland), die Schweizer im Schwarzwald. Von allen legendĂ€ren Wohnorten aus bringt er mit Hilfe fliegender Rentiere auf einem großen Schlitten die Gaben zu den braven Kindern – durch den Schornstein (USA und UK) oder auf andere, wundersame Weise.

Logistisch hat sich das WĂŒnschen und Bekommen deutlich verbessert. In der Adventszeit schreiben Kinder Wunschzettel, Karten und Briefe an ihre Symbolfigur der Bescherung. Im Weihnachtspostamt (meist in Ortschaften mit religiös bezogenen Namen) kommt diese Weihnachtspost an und wird sogar beantwortet.

Schoko-Weihnachtsmann

Allein vom Sympathiewert mögen viele Kinder (vor allem brave) den Weihnachtsmann tatsĂ€chlich „zum Essen gern“. Ab etwa 1820 war dies tatsĂ€chlich möglich. Erste Nikolausfiguren waren noch aus massiver Schokolade gegossen. Die Hohlkörper in heute beinahe identischer Form gibt es seit ca. 1840. Der Verbrauch an Schoko-WeihnachtsmĂ€nnern hat sich seitdem auf Rang Zwei hinter dem Osterhasen aus Schokolade in Deutschland entwickelt.

Alle Jahre gießen die Hersteller 100 Millionen WeihnachtsmĂ€nner aus mehr als 9.000 Tonnen Schokolade. Österreich hat die Entscheidung Schoko-Nikolaus oder -Weihnachtsmann besonders kreativ gelöst: Unter der unterschiedlich gestalteten Silberfolie finden Kinder die gleiche Figur vor. Beide Symbolfiguren sind zum Schmelzen lecker und werden aus einer identischen Form gegossen.

Der Glaube an den Weihnachtsmann und elterliche Rettungsversuche

Erziehung und Gehorsam haben sich seit historischen Zeiten stark verĂ€ndert. Vor allem in Familien mit Ă€lteren Geschwistern zweifeln schon die Kleinen an der Herkunft der Weihnachtsgaben. Die kreativen Rettungsversuche reichen von fantasievollen „Ehrenberichten“ ĂŒber eine nĂ€chtliche Sichtung am Kamin bis hin zum Besuch eines „echten Weihnachtsmannes“ (meist Verwandte oder gebuchte Schauspieler) fĂŒr die Bescherung.

Ein Redakteur der New York Sun ĂŒberzeugte in seiner Antwort auf die Kinderfrage nach der Existenz eines echten Weihnachtsmanns besonders gut. Diese hilft Eltern weltweit durch den Abdruck vor Weihnachten bis heute bei der Rettung des Weihnachtsmannglaubens.

Fazit:
Der Weihnachtsmann ist seit Jahrhunderten ein beliebter Gabenbringer zur Bescherung. Seine heutige Darstellung mit rotem Gewand und weißem Bart lĂ€sst sich auf das frĂŒhe bis spĂ€te 19. Jahrhundert zurĂŒckverfolgen. Die angebliche Erfindung der Figur durch Coca Cola ist hingegen nur eine Legende.