Adventskalender - Herkunft und Bedeutung

Adventskalender 2017-12-31T13:46:24+00:00

Adventskalender – junges Brauchtum der Adventszeit

Die dunkle Jahreszeit musste nach ursprünglichem Kirchenbrauch mit Fasten und Buße verbracht werden. Erlösung versprach der 24. Dezember, der Heilige Abend. Im 19. Jahrhundert machten sich Menschen in Deutschland daran, die Wartezeit zwischen Hungern und Feiern zu verkürzen. Es entstanden erste Adventskalender, ursprünglich aufwändige Kunstwerke.

Heute freuen sich Kinder in vielen christlich geprägten Ländern auf jeden süßen oder spannenden Morgen mit einer neuen Überraschung hinter dem Adventstürchen.

Adventskalender mit Säckchen

Adventskalender mit Säckchen

Bezug der Tage am Adventskalender auf unterschiedliche Kalendarien

Rein christliche Adventskalender beziehen sich auf das Kirchenjahr. Sie beginnen am ersten Adventssonntag, also zwischen 27.11. und 03.12. Das letzte Türchen wird entweder am Heiligen Abend (24.12.) oder am 06.01. (Heilige Drei Könige) geöffnet.

Ursprünglich diente diese Art der Einteilung als Zählhilfe. Katholiken und Protestanten nahmen den neuen Brauch sofort gut an. Sie hängten pro Tag Bilder an die Wand oder schmückten Gebäude als Adventskalender. Gemalte, geschnitzte und mit mechanischen Spielereien versehene Varianten kamen in Umlauf.

Gebräuchlicher in der heutigen Zeit sind Adventskalender mit Bezug auf den bürgerlichen Kalender. Sie beginnen einheitlich am 01.12. und enden am 24.12. Aber auch hier entstanden wahre Kunstschätze. Nach dem zweiten Weltkrieg entdeckte der Handel die Freude der Menschen am christlichen Brauch. Sie bedruckten gefüllte Schachteln mit Wintermotiven und versteckten dahinter Naschwerk oder Spielzeuge. Vor allem die Kinder freuen sich heutzutage schon vor dem Beginn des Advents auf ihren Kalender.

Adventskalender – Kunst und Selbstmachidee

Künstlerische Adventskalender sind Weihnachtsuhren mit reichhaltigen Adventsmotiven. Sie wurden von Buchhandlungen mit den Ziffern 13 bis 24 bedruckt und ähnelten späteren Varianten von Adventskalendern mit 24 Zahlen. Besonders raffiniert sind Adventskalender mit Bezug auf das Kirchenjahr mit zusätzlichen Türchen für jeden Adventssonntag sowie den letzten Tag der Heiligen Drei Könige.

Die Idee, einen Adventskalender zum Vernaschen zu entwickeln, hatten die Lithografen Reichhold & Lang. Sie nähten 24 Gebäckstücke auf einen Karton, und Kinder durften jeden Tag ab dem 01.12. eines davon essen. Aus der gleichen Idee heraus entstand die erste Vorstufe eines Adventskalenders zum Füllen mit Schokolade oder anderem Naschwerk. Einer skandinavischen Tradition nachgeahmt ist das Abbrennen einer Adventskerze in 24 Stufen.

Heutige Varianten, sich die Tage bis Weihnachten zu verkürzen

Einer skandinavischen Tradition gemäß brennen Adventskerzen 24 Tage lang, pro Tag eine Stufe herunter. Der jeweilige Tag ist außen aufgedruckt. Adventskalender sind deutlich erschwinglicher als noch vor 100 Jahren. Sie sind längst nicht nur mit Schokolade gefüllt, sondern teils als Puzzle gestaltet, mit Spielzeugen als eine Art Geschichte zusammengestellt oder von Eltern liebevoll gefüllt.

In kreativen Familien verkürzt das Basteln von Adventshäuschen, Adventsbildern und ähnlich füllbaren Varianten die Wartezeit auf Weihnachten schon ab Herbstbeginn. Es gibt dabei kaum Einschränkungen, so lange nur die Spannung auf jeden Tag ab ersten Dezember gegeben ist. In der Zeit der Digitalisierung sind virtuelle Adventskalender als Hörbücher oder Liedersammlungen auf dem Markt.

Fazit:
Adventskalender gehören erst zum jungen Brauchtum der christlichen Vorweihnachtszeit. Vom aufwändigen Kunstwerk mit unterschiedlicher Bezifferung haben sie sich zum Massenprodukt vor allem für Kinder entwickelt. Inzwischen erfreuen sich auch virtuelle Adventskalender mit Liedern und Geschichten wachsender Beliebtheit.