Christkind - Symbolfigur des Weihnachtsfestes

Christkind 2017-10-29T13:30:18+00:00

Woher kommt das Christkind?

Die moderne Gestalt des Christkindes ist ein blondgelocktes Kind mit Flügeln, weißem Kleid und Heiligenschein. Doch ursprünglich wurde mit der Figur das neugeborene Christuskind symbolisiert.

In einigen christlichen Regionen bringt das Christkind anstelle des Weihnachtsmanns die Geschenke zur Bescherung. Dort wird auch der traditionelle Weihnachtsmarkt als Christkindlmarkt abgehalten und teilweise vom Christkind eröffnet.

Entwicklung der Figur des Christkindes im christlichen Glauben

Das Christkind ist eine regional sehr begrenzte Symbolfigur der Adventszeit und des Weihnachtsfestes. Ursprünglich war es der christlichen Legende nach Gabenbringer am Namenstag des Heiligen Nikolaus (06.12.), in anderen Regionen am „Tag der unschuldigen Kinder“ (28.12.).

Mit der Reformation im 16. Jahrhundert führte die neue evangelische Kirche den Heiligabend (24.12.) als Tag der Bescherung ein. Jedoch blieb das Christkind der Gabenbringer. Es wandelte sich aber von der Symbolik als neugeborener Jesus Christus zu einem engelsgleichen Wesen, das seine Gaben stets ungesehen zu den Kindern brachte.

Die Verbreitung der neuen Vorstellung fand nicht flächendeckend statt. Vielmehr verbreitete sich der Adventsbrauch nur in einigen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Obwohl die Symbolfigur Weihnachtsmann viel jünger als der Brauch des Christkindes ist, setzt er sich in seinen traditionellen Regionen weiterhin erfolgreich durch. Allerdings treten Christkind und Weihnachtsmann in einigen Gegenden auf Adventsmärkten und zu Weihnachtsfesten gemeinsam auf.

Heutige Bedeutung in der Weihnachtszeit

Großzügigkeit, himmlische Mystik und Güte verbinden Menschen mit der Figur des Christkindes. Es steht für den christlichen Glauben der Nächstenliebe. Kinder fiebern dem ersten Erscheinen des Christkindes schon lange vor der Adventszeit entgegen.

Seine Erscheinung verheißt in der modernen Vorstellung vor allem Geschenke. Im gleichen Brauch wie der Weihnachtsmann bringt es die Gaben zur Bescherung, ohne am Gabentag selbst gesehen zu werden. Aus der heute entwickelten Gestalt hat sich das Christkind auch als beliebte Weihnachtsdekoration verbreitet.

Selbst in Gegenden, in denen Väterchen Frost oder der Weihnachtsmann die Geschenkebringer sind, stehen Christkindfiguren in Wohnungen und vor oder an öffentlichen Gebäuden. Soll die Bescherung nicht anonym erfolgen, dann wird in den christkindbezogenen Regionen eigens ein Christkind zum Überreichen der Gaben engagiert. Auch die Werbeindustrie nimmt den Brauch auf. Weihnachtliche Motivkarten zeigen die Figur ebenso wie Gebrauchsgegenstände oder Geschenkpapier zur Adventszeit.

Christkind mit Weihnachtspostamt

In einigen deutschen Regionen unterhält nicht der Weihnachtsmann, sondern das Christkind ein eigenes Weihnachtspostamt. Zu diesen werden solche Wunschbriefe und Weihnachtskarten weitergeleitet:

  • (Deutschland) Weihnachtspostamt Himmelstadt – Kirchplatz 3 – 97267 Himmelstadt
  • (Deutschland) Weihnachtspostamt Engelkirchen – 51777 Engelskirchen
  • (Österreich) Postamt Christkindl – Christkindlweg 6 – A-4411 Christkindl
  • (Schweiz) An das Christkind – 9405 Wienacht-Tobel
  • (Schweiz) An das Christkind – 3027 Bethlehem

Allerdings arbeiten die Symbolfiguren Weihnachtsmann, Santa Claus, Väterchen Frost und Christkind mit allen weltweiten christlichen Gabenbringern zusammen. Es ist also nicht schlimm, wenn die Post an das Christkind falsch adressiert ist. Sie wird von den Filialen dann einfach ordentlich an der eigentlich gemeinten Adresse des nächsten Weihnachtspostamtes abgegeben. Dort beantworten meist ehrenamtliche Helfer bis 20. Dezember alle eingegangene Post von Kindern und Erwachsenen.

Regionale Besonderheit: Das Nürnberger Christkind

Ab 1933 bis 1968 engagierte die Fränkische Stadt Nürnberg eine Schauspielerin als Christkind. Zweck war es, die Adventszeit mit Christkindlmarkt und Adventsveranstaltungen offiziell zu eröffnen. Seit 1969 wählt die Stadt eine junge Frau von wenigstens 16 Jahren für dieses himmlische Amt aus.

Die Darstellerin trägt ein weißglänzendes, langes Kleid mit goldenen Stickereien. Obenauf sitzt blondes, lockiges Engelshaar, das von einer Krone als Symbol für den Heiligenschein geschmückt ist. Während der gesamten Adventszeit zieht dieses Christkind durch ganz Franken zu verschiedenen Weihnachtsveranstaltungen.

Fazit:
Das Christkind war ursprünglich eine Symbolfigur für den neugeborenen Jesus Christus. Seine Bedeutung als Gabenbringer ist in vielen Regionen bis heute erhalten. Besonders das Nürnberger Christkind ist im modernen Advent Werbefigur für die Eröffnung von Adventsveranstaltungen.