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Warum feiern wir Weihnachten? In der ganzen Welt feiern Menschen am 25. Dezember die Geburt von Jesus. Der Ursprung von Weihnachten ist aber deutlich älter als das Christentum.

Der Ursprung von Weihnachten – Das Fest der Wintersonnenwende

Bereits die Ägypter und andere Hochkulturen feierten an der Wintersonnenwende die Geburtstage Ihrer Sonnengottheiten gefeiert. Dieses Ereignis liegt heute auf dem 21. Dezember. Bei Einführung des julianischen Kalenders im Jahre 45 vor Christus lag es jedoch am 25. Dezember. Auch die Römer ehrten an diesem Tag den Geburtstag ihres Sonnengottes Sol und die Germanen feierten das Julfest, was in Skandinavien noch heute Weihnachten bedeutet.

Die Christen bemühten sich, Menschen in ihren Glauben einzubinden und übernahmen dabei auch von Heiden begründete Feste. Die Geburt Jesu Christi wurde auf den 25. Dezember gelegt. Das erste belegte Zeugnis für eine christliche Weihnachtsfeier am 25. Dezember geht auf Rom im Jahr 336 zurück. Neben Ostern und Pfingsten ist Weihnachten eines der drei wichtigsten Feste des Kirchenjahres.

In Deutschland setzte sich der Brauch, das Weihnachtsfest am 25. Dezember zu feiern im Laufe des 7. und 8. Jahrhunderts durch. Das Wort Weihnachten bedeutet heilige und geweihte Nächte und geht auf die mittelhochdeutsche Redewendung „ze den wihen nahten“ zurück.

Weihnachten – Das Fest der Liebe und Familie

In den westlich geprägten Ländern wird Weihnachten auch heute als Geburt Jesu Christi am 25. beziehungsweise am 24. Dezember gefeiert. Dies gilt vor allem für europäische Länder. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Weihnachtsfest jedoch zunehmend verweltlicht und vorzugsweise als Fest der Liebe und Besinnlichkeit bezeichnet.

Weihnachten im Kreis der Famlie

Weihnachten als Fest der Familie

Diese Redewendung ist darauf zurückführen, dass die meisten Menschen Weihnachten im Kreise ihrer Familie und vielleicht auch noch mit Freunden feiern. Um die Weihnachtszeit zeigen sich zudem viele Menschen besonders großzügig, indem sie gerne für wohltätige Zwecke spenden oder sich für hilfsbedürftige Menschen einsetzen, zum Beispiel in Krankenhäusern, Altenheimen, Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften und Waisenhäusern.

Nach dem Vorbild Jesu ist Sinn und Zweck das Schenken und Beschenktwerden, bei dem es jedoch nicht nur um materielle und Geldgeschenke geht, sondern darum, Freude, Zeit und Mitgefühl zu schenken.

Auf der anderen Seite hat die Wirtschaft die Weihnachtszeit für sich entdeckt. Weihnachten ist das Fest der Geschenke und vor allem für die Kinder besonders spannend, denn sie fiebern diesem Tag entgegen und können es kaum abwarten, die Gaben unter dem Weihnachtsbaum auszupacken. Nicht nur Geschenke für Kinder bringen die Kassen zum Klingeln, sondern auch die weihnachtlichen Überraschungen für die Erwachsenen.

Viele Familien besuchen die heilige Messe am 24. beziehungsweise 25. Dezember. Während in Deutschland die Bescherung am Abend des 24. Dezembers stattfindet, müssen die Kinder in England bis zum Morgen des 25. Dezember auf ihre Geschenke warten.

Wo wird überall Weihnachten gefeiert

Das Weihnachtsfest wird vor allem im christlichen und westlich geprägten Kulturkreis, so in den europäischen Ländern und in Nordamerika gefeiert. Auch in den katholisch geprägten Ländern Mittel- und Südamerikas feiern die Menschen das Weihnachtsfest. Abhängig von den jeweiligen Kulturkreisen wird das Weihnachtsfest auch in diesen Ländern unterschiedlich gefeiert.

Wie die festliche Weihnachtsdekoration aussieht, hängt jedoch nicht nur von der Kultur, sondern auch vom individuellen Geschmack ab. Auch die der orthodoxen Kirche angehörenden Länder wie Russland, Zypern, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Albanien feiern Weihnachten, allerdings nicht nach dem gregorianischen, sondern nach dem julianischen Kalender am 7. Januar.

Zeitpunkt für Weihnachten

Nach Bestimmungen für das Geburtstagsfest von Jesus Christus Weihnachten auf andere Monate und Tage bleibt der 25. Dezember bis heute und weltweit festes Datum für Weihnachten. Die Bescherung findet schon einen Tag vorher, also am 24. Dezember, statt. Dieser Terminunterschied entsteht durch religiöse Vorstellungen von den Vigilen. Damit sind Nachtwachen am Vorabend der Geburt des Jesuskindes, Sohn Gottes gemeint.

An diesem Vorabend finden Christmetten statt, werden Weihnachtsgottesdienste in der Kirche abgehalten und stellen Kinder bei Krippenspielen die Weihnachtsgeschichte dar. Insgesamt dauern die Feierlichkeiten an Weihnachten bis zum 26.12. (zweiter Weihnachtsfeiertag) sowie in katholischen Gegenden bis zum 06.01. (Heilige Drei Könige).

Weihnachtsbräuche

Einige Weihnachtsbräuche lehnen eng an die kirchliche Tradition an. Viele davon erfreuen vor allem die Kinder zu Weihnachten:

Weihnachtsbaum

Das Aufstellen eines Christbaums im Advent lässt sich als Brauchtum um wenigstens 500 Jahre zurückverfolgen. Christen verstanden ihn als Symbol des Lebens, sein Licht als Licht der Hoffnung und den Schmuck in weihnachtlichen Farben als Zuversicht auf einen Neuanfang. Neben Buchsbaum und Wacholder, Stechpalme oder Kiefern überwiegt in der heutigen Weihnachtstradition als Baum eine Fichte oder Nordmanntanne. Der Schmuck am Weihnachtsbaum besteht aus Stroh oder essbaren Dekorationen (Baumkringel, Pfeffermännlein und ähnliches) oder aus Christbaumkugeln und Lametta. Wegen der Brandgefahr wurden Kerzen auf dem Weihnachtsbaum inzwischen fast vollständig von elektrischem Licht (Glühbirnen oder LED Leuchtmitteln) abgelöst. Eine prunkvolle Baumspitze stellt den Höhepunkt des Schmückens dar.

Christkind oder Weihnachtsmann

Mit der Figur des Christkindes symbolisiert die christliche Religion ursprünglich die Gestalt des neugeborenen Jesuskindes. Doch die heute bekannte, engelgleiche Gestalt eines blondgelockten Mädchens mit Heiligenschein, in den Weihnachtsfarben Weiß und Gold sowie mit Flügeln entwickelte sich erst allmählich in der Geschichte um Weihnachten. Christkind und Weihnachtsmann sind regional unterschiedliche Gabenbringer für die Bescherung der Kinder. Doch weil beide in ihrer jeweiligen Region so beliebt sind, treten sie gelegentlich zu Adventsfesten und Weihnachtsveranstaltungen gemeinsam auf.

Bescherung

Schon immer seit Einführung von Weihnachten erhalten zumindest die Kinder christlicher Familien Geschenke. Diese sogenannte Bescherung wird laut dem Kinderglauben vom unsichtbaren Weihnachtsmann, Väterchen Frost, Sankt Nikolaus oder Christkind vorgenommen. Der offizielle Termin ist das Ende der Vigilen, in der Familienpraxis aber eher der späte Nachmittag oder frühe Abend des 24. Dezember. Als Weihnachtsbrauch hält sich außer der Bescherung an Weihnachten auch die Stiefelgabe am Tag des Heiligen Nikolaus (06.12.). Jünger und immer beliebter ist das Weihnachtswichteln unter Erwachsenen. Sie treffen sich irgendwann nach dem dritten Advent und überreichen einander anonym kleine Geschenke. Kindern wird erzählt, dass nur brave Kinder eine Bescherung erhalten. Damit hat die Vorfreude auf dieses Ende der Adventszeit häufig einen positiven erzieherischen Nebeneffekt.

Moderne Bräuche ohne religiösen Hintergrund

Den Brauch einen Weihnachtsbaum zu schmücken, die Bescherung und die vielen opulenten Weihnachtsessen haben sich auch in Familien ohne christliche Religionszugehörigkeit im Laufe der Jahrhunderte durchgesetzt. Denn ein Fest mitten im Winter gibt es nicht erst seit Beginn der Christengeschichte. Vorher wurden heidnische Bräuche zur Sonnenwende abgehalten, Menschen suchten gemeinsam mehr Licht im Dunkel des Winters. Familien trafen sich, Reiche beschenkten Arme. Auch moderne, eher ungewohnte Weihnachtsbräuche sind nicht auf religiöse Zugehörigkeit beschränkt. Der Sinn dahinter, nämlich gemeinsame Freude, gemeinsames Aufatmen und Nächstenliebe, vereint alle Menschen zu Weihnachten.

Fazit:
Weihnachten, als Fest der Geburt Jesus Christus, wurde erst nach einigen Jahrhunderten Kirchengeschichte auf den 25. Dezember festgelegt. Viele Weihnachtsbräuche gibt es von Anfang an. Einige Bräuche sind wenig religiös ausgerichtet, nutzen aber einen Großteil der Weihnachtssymbolik für ähnlich festliche Tage am Ende der Adventszeit.