Wichteln – Schöner Weihnachtsbrauch unter Arbeitskollegen, Freunden und Schulkassen

In Deutschland ist das Wichteln eine beliebte vorweihnachtliche Tradition. Dabei werden kleine Geschenke schon vor Heiligabend verteilt. Das Besondere an dem Brauch ist, dass die Menschen, die einander eine kleine Überraschung bereiten, im Losverfahren bestimmt werden.

Schulklassen wichteln ebenso gerne wie Sportvereine, Büros und sogar Foren im Internet. Besonders verbreitet ist das Wichteln auf Weihnachtsfeiern. Der nachfolgende Artikel enthält alle interessanten Informationen über das Wichteln und seine Bedeutung, seinen Ursprung und seine Regeln.

Weihnachtswichtel Figuren

Weihnachtswichtel Figuren

Was ist Wichteln und wie funktioniert es?

Beim Wichteln geht es darum, andere Menschen schon vor Heiligabend mit kleinen Geschenken zu überraschen. Zunächst ist es wichtig, eine kleine oder große Gruppe an Teilnehmern zu finden. Alle Personen, die beim Wichtel-Spiel mitmachen, werden namentlich auf Zetteln festgehalten.

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Diese Zettel werden per Zufall an die Teilnehmer verteilt, sodass jeder einen Zettel mit einem anderen Namen erhält. Die Person, die auf dem Zettel steht, muss mit einem Geschenk überrascht werden.

Wichtig ist, dass geheim bleibt, wer wen beschenkt, denn gerade das macht den Reiz am Wichteln aus. Im Anschluss überlegen sich alle Teilnehmer für die Person, deren Name sie gezogen haben, ein kleines Geschenk. Es muss nicht teuer sein, sollte aber möglichst zum Charakter des Wichtelopfers passen.

Oft wird vorher festgelegt, wie viel Geld das Wichtelgeschenk kosten darf. Wenn man sich an die ursprüngliche Tradition des Wichtelns halten möchte, müssen nicht nur die Namen der zu beschenkenden Teilnehmer geheim gehalten werden, auch die Geschenke-Übergabe sollte heimlich erfolgen.

Dafür kann man das Wichtelgeschenk einfach vor die Tür des Wichtelopfers legen oder es in einem unbeobachteten Augenblick in seiner Tasche verschwinden lassen. Nicht selten wird das Wichteln damit abgeschlossen, dass die Beschenkten erraten müssen, von wem das Wichtelgeschenk stammte.

Woher kommt der Brauch?

Das Wichteln hat seinen Ursprung in Skandinavien. Dort bezeichnet man es als „Julklapp“. Das Wort besteht aus den Begriffen „Jul“ für das Fest der Wintersonnenwende und „klapp“ für „klopfen“. Demzufolge wird das Wort „Julklapp“ in Skandinavien für den Brauch verwendet, sicher verpackte Geschenke nach einem lauten Klopfen schnell in das Zimmer zu werfen, ohne dabei entdeckt zu werden.

Oftmals hängen in Skandinavien an dem Geschenk noch Gedichte oder Sprüche, mit dem der Beschenkte umschrieben wird. Der hier verbreitete Begriff „Wichteln“ bezieht sich auf den „Wichtel“, bei dem es sich um einen guten Geist aus der nordischen Sagenwelt handelt.

Wo wird dieser Brauch gepflegt?

Nicht nur in Deutschland und Skandinavien ist das Adventsspiel bekannt, sondern überall auf der Welt. In Österreich etwa kennt man es unter dem Namen „Engerl und Bengerl“. Gewichtelt wird überall, wo sich mehrere Personen als Teilnehmer finden lassen, etwa in der Schule, im Büro, im Freundeskreis oder auch in der Familie.

In Internetforen wird das Wichteln als vorweihnachtliche Tradition ebenfalls immer beliebter, weil dort viele Menschen mit ähnlichen Interessen aufeinander treffen. Aber auch als teambildende Maßnahme in Unternehmen ist das Wichteln angesagt. Es sorgt dafür, dass sich die Kollegen miteinander beschäftigen und überlegen müssen, wie sie dem anderen eine Freude bereiten können.

Welche Varianten gibt es neben dem Weihnachtswichteln noch?

Neben der traditionellen Variante des Wichtelns, die jedes Jahr zur Weihnachtszeit stattfindet, gibt es noch viele weitere abgewandelte Versionen. Besonders witzig ist zum Beispiel das Schrottwichteln, das auf Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Firmenfesten beliebt ist.

Dabei bringt jede Person einen Gegenstand aus dem eigenen Haushalt mit, den sie selbst nicht mehr gebrauchen kann und eigentlich lieber wegwerfen würde. Dabei kann es sich zum Beispiel um altes Geschirr oder Elektrogeräte wie Toaster oder Wasserkocher handeln. Lediglich funktionsfähig sollte das Geschenk noch sein.

Die Wichtelgeschenke werden dann in einem Würfelspiel an ihre neuen Besitzer verteilt. Nicht selten finden sich unter dem vermeintlichen Schrott noch Geschenke, die manchen Personen wirklich eine Freude bereiten.

Fazit
Das Wichteln ist eine tolle Weihnachtstradition, die für viele Menschen in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern der Welt untrennbar zur Vorweihnachtszeit dazu gehört. Insbesondere um Personen mit einer Kleinigkeit zu überraschen, die man an Heiligabend nicht zusätzlich beschenkt, ist der Wichtelbrauch perfekt.

Deshalb wird er auch von vielen Bürogemeinschaften, Schulklassen, Vereinen und Internetforen gepflegt. Dabei ist es gar nicht so wichtig, dass etwas besonders Wertvolles verschenkt wird, sondern eher, dass man sich Gedanken über die beschenkte Person macht und etwas Individuelles auswählt.