Christklotz – Ein weihnachtlicher Brauch

Ein Weihnachtsbrauch, der in unserer Region relativ unbekannt ist, ist der sogenannte Christklotz. Andere Bezeichnungen für diese weihnachtliche Tradition sind Mettenstock, Christbrand, Weihnachtsscheit oder Christblock. Bei diesem Brauch kommt ein Holzklotz zum Einsatz, der zuvor geweiht werden muss.

Dem alten Brauch folgend darf nur das Holz einer Eiche oder Esche verwendet werden. Der Holzklotz wird am Heiligabend in den Kamin gelegt und angezündet. Der Weihnachtsbrauch ist in zahlreichen europäischen Kulturen zu finden, wenngleich er auch in Deutschland nicht allzu verbreitet ist. Doch was hat der Christklotz für eine Bedeutung? Und wo hat der Brauch seinen Ursprung?

Was passiert bei dem Brauch?

Der Weihnachtsbrauch des Christklotzes besagt, dass ein geweihtes Holzscheit aus Eiche oder Esche am Heiligen Abend in den Ofen gelegt und angezündet wird. Im Idealfall sollte es dann bis Neujahr brennen. Danach werden die Reste des Holzscheits aus dem Ofen entfernt und auf dem Feld verstreut.

Diese Zeremonie soll dazu beitragen, dass dem Feld im kommenden Jahr sämtliche Unwetter fernbleiben, sodass für eine reiche Ernte gesorgt ist. Zum Teil wird das Holzscheit bei dieser Weihnachtstradition auch mit Wein übergossen. Das Aufsagen von Sprüchen ist ebenfalls keine Seltenheit.

Christklotz Bedeutung: Wofür ist diese Tradition gut?

Historiker gehen davon aus, dass die Tradition des Christklotz-Anzündens ins Leben gerufen wurde, um das Haus, den Hof und die Bewohner vor Schaden zu beschützen oder den Hof und seine Bewohner zu segnen. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, geweihtes Holz für den Weihnachtsbrauch zu verwenden.

Je nach Region gibt es bei der Ausführung des Brauches noch weitere Feinheiten und Besonderheiten. So heißt es zum Beispiel auch, dass die Person, die den Baum für den Christklotz fällen darf, vor Unheil bewahrt werden würde. Zudem sollte es in einigen Kulturen Segen bringen, wenn man den gefällten Baum bei seinem Transport grüßte.

Ursprung des Christklotzes

Der Christklotz-Brauch wurde seinerzeit in ganz Europa ausgeübt. Seine Wurzeln reichen weit in unsere Vergangenheit zurück. Die ersten Überlieferungen des Brauches können dem sechsten Jahrhundert zugeordnet werden. In jedem Land war die Tradition dabei unter einem anderen Namen bekannt, wie etwa unter den Bezeichnungen Christbrand, Weihnachtsscheit, Holzscheit, Mettenstock, Julblock und Yulelog.

So unterschiedlich die einzelnen Bräuche im Detail auch waren, im Grunde hatten sie viele Gemeinsamkeiten. So durfte das Holz immer erst am Weihnachtsabend in den Ofen gelegt werden. Dabei erhielt es eine Segnung. In Lettland wurde der Weihnachtsabend sogar nach dem Christklotz als „bluku vakars“ benannt.

Die Bräuche rund um den Christklotz wurden jedoch von den Christen einige Zeit lang verboten. Der Bischof Martin von Bracara etwa untersagte es, Wein oder Feldfrüchte über dem Holzklotz im Herd zu opfern. Dieses Verbot wurde von Bischof Pirmin später noch einmal erneuert. Stück für Stück verband sich der Brauch dennoch mit der christlichen Baum- und Lichtsymbolik und war spätestens im 12. Jahrhundert eng mit dem christlichen Brauchtum verankert.

Die meisten Überlieferungen des Brauchs beginnen ab dem 17. Jahrhundert. Ihnen zufolge war die Tradition mit Gebeten, Segnungen und anderen feierlichen Zeremonien verbunden. Von Weihnachten bis zum Dreikönigstag verblieb der Christklotz im Kamin, um den weihnachtlichen Frieden zu unterstreichen.

Fazit
Die Tradition des Christklotzes ist in unserer Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten. Das liegt auch daran, dass nicht mehr alle Familien einen Ofen oder Kamin besitzen, wie das früher üblich war.

Nichtsdestotrotz war der Weihnachtsbrauch einst in ganz Europa sehr beliebt. Das beweist auch die Tatsache, dass es in Frankreich sogar ein Gebäck gibt, das dem Weihnachtsscheit gewidmet ist: Das „Buche de Noel“ ist ein weihnachtliches Gebäck, das die Form eines Holzstammes hat.

Gerade in christlichen Familien wird der Brauch des Christklotzes bis heute beibehalten.