Weihnachtsessen - Traditionelle Gerichte am Heiligen Abend

Weihnachtsessen 2017-12-31T13:37:25+00:00

Weihnachtsessen – Krönung der Adventszeit für Groß und Klein

Die Adventszeit war im katholischen Kirchenjahr eine Zeit der Buße und des Fastens. Sie endete mit großen Festmenüs im Kreise der Familie. Auch nach Aufhebung des Fastengebots ab 1917 bleibt das Weihnachtsessen einer der am aufwändigsten vorbereiteten Weihnachtsbräuche. Was regional zu Weihnachten gegessen wird, ist teilweise länderübergreifend gleich, teilweise allerdings sehr speziell und lokal begrenzt.

Ursprung des Weihnachtsessens in der christlichen Weihnachtsgeschichte

Bei dem Begriff Weihnachtsessen wird zwischen dem ersten Essen am Ende der Fastenzeit und den folgenden Schlemmerzeiten unterschieden. Ursprünglich wurde der ausgehungerte Fastenmagen erst mit leichten Speisen gefüllt, bevor er am nächsten Tag bereit für Braten und vielerlei Menüs war. In der christlichen Weihnachtsgeschichte bringt die Geburt des Jesuskindes alle Menschen zum Jubeln und Feiern. Durch diesen kulinarischen Weihnachtsbrauch wird dieser Symbolik neben der Bescherung Rechnung getragen.

Weihnachtsessen Entenbraten

Traditionelles Weihnachtsessen – Entenbraten mit Rotkraut und Knödeln

Regionale Bedeutung unterschiedlicher Weihnachtsessen

Was es zum Weihnachtsessen geben sollte, unterschied sich zwischen Ländern, Regionen und selbst Familien von Anfang an. Das Budget bestimmte, wie das Ende der Adventszeit mit einem gemeinsamen Essen gefeiert werden konnte. Speziell das Weihnachtsessen am Heiligen Abend fällt beinahe in allen christlichen Regionen leicht aus.

Der Vorabend des Weihnachtsfestes ist eher mit dem Besuch von Krippenspielen und Christmetten ausgefüllt. Dementsprechend schnell soll es in der Küche gehen. Umso opulenter sind die Weihnachtsessen an den beiden Weihnachtsfeiertagen. Gänsebraten, Entengerichte und andere mehrgängige Menüs setzen sich teils seit Jahrhunderten durch.

Traditionelle Weihnachtsgerichte in christlichen Regionen und Ländern

Weltweit bestimmt ein enger Kreis von Menschen eine Tradition, die als Weihnachtsessen teilweise Jahrhunderte überdauert. Diese folgenden traditionellen Gerichte gibt es in teilweise mehreren christlichen Ländern bereits seit geraumer Zeit:

Würstchen mit Kartoffelsalat

Von Bayern bis Nordrhein-Westfalen erfreuen sich Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat zum Heiligabend großer Beliebtheit. Der Salat wird häufig schon am 23.12. vorbereitet, die Würstchen am Abend ruck-zuck heißgemacht. Vor allem beim Kartoffelsalat unterscheiden sich die Variationen nach Familienbrauch oder regionaler Tradition.

Karpfen blau

Die Geschichte des Weihnachtsessens Karpfen blau ist schon im Mittelalter nachzuvollziehen. Am liebsten wird der mit Essig gebläute und in Salzwasser mit Gewürzen gesottene Karpfen mit Meerrettichcreme (Meerrettich und Apfel und Sahne) und Petersilienkartoffeln verspeist.

Gänsebraten

Der Gänsebraten wurde ab 1600 in Großbritannien als Weihnachtsessen zelebriert. Von hier aus hat er sich in vielen christlichen Ländern durchgesetzt. Beliebt ist die Rezeptvariante mit einer leckeren Füllung und Rotkohl sowie Klößen oder Knödeln als Beilage.

Entenbraten

Die Ente ist etwas leichter als die Gans. Sie wird als traditionelles Weihnachtsessen ebenfalls gefüllt und mit fruchtigen Saucen serviert (gerne Orangen- oder Kirschsauce). Häufig wechseln sich in Familien Entenbraten und Gänsebraten in den aufeinanderfolgenden Weihnachtsjahren ab. Auch Schmorbraten vom Rind, Wildbraten mit Pilzbeilagen oder vegetarische Weihnachtsessen erweitern die Weihnachtstradition.

Neinerlaa (Erzgebirge, Vogtland)

Mit dem Neinerlaa (Neunerlei) zelebrieren Familien im Erzgebirge am Ende der Adventszeit eine regional äußerst spezielle Weihnachtstradition. Wie der Name sagt, besteht das Weihnachtsessen aus 9 unterschiedlichen Gerichten. Jeder am Tisch sollte alle neun Speisen wenigstens probieren. Das hält im neuen Jahr (auch in nichtreligiösen Familien dieser Region) gesund, bringt Glück und hält das Geld beisammen.

Fazit:
Weihnachtsessen waren von Anfang der Christengeschichte das ersehnte Ende der Fastenzeit im Advent. Nach Ländern und Regionen unterscheiden sich traditionelle Gerichte. Einige aber haben sich für den Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage länderübergreifend seit Jahrhunderten durchgesetzt.