Weihnachten in anderen Ländern – Wie unsere Nachbarn das Fest feiern

Wie Christen auf der ganzen Welt das Weihnachtsfest feiern

Weihnachten ist neben Ostern das heiligste Fest für Christen und Menschen rund um den Globus. Weihnachten ist pure Tradition. Weihnachten ist international. Zur Weihnachtszeit im Dezember hält die Welt jedes Jahr mal kurz ein paar Tage den Atem an und besinnt sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. 

Der Tag der Geburt Jesu Christi wird nunmehr seit fast zweitausend Jahren gefeiert. Und der Trend sagt: Das große Geschenkfest wird immer beliebter! Inzwischen feiern längst nicht mehr nur strenggläubige Christen das Fest der Liebe. Heute ist Weihnachten das große Fest für die ganze Familie, vor allem das für die Kinder. 

Weihnachten, Heiligabend & Geschenke – gehört fest zusammen zum Fest mit den Tannen
Weihnachten, Heiligabend & Geschenke – gehört fest zusammen zum Fest mit den Tannen

Wenn überall auf dem Globus im Dezember Weihnachten gefeiert wird, könnte man annehmen, geschehe dies unter sehr ähnlichen Traditionen, Bräuchen und Sitten. Das stimmt so nicht ganz. Viele Länder und Kulturen haben ihre eigenen und zuweilen höchst unterhaltsamen Weihnachtsbräuche entwickelt. Nahezu jede Tradition wird bis auf den heutigen Tag lebendig gepflegt. 

Wie feiern die Menschen Weihnachten in anderen Ländern?

Am Strand picknicken, dreiste Hausgeister besänftigen, lustig Fiesta feiern oder begierig Hexen herbeiwünschen – andere Länder, andere Sitten. Weihnachten ist für alle da. Alle nehmen sich aber – wie das bei lebendigen Traditionen oft der Fall ist – auch das legitime Recht heraus, das Weihnachtsfest so zu feiern, wie sie es für richtig halten

„Tradition darf das. Tradition darf sich selbst bereichern. Das gilt auch und gerade für Weihnachten und seine lebendigen Bräuche.“

Wir haben für Dich mal zusammengetragen, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird und welche Besonderheiten jede Nation und Kultur dabei besonders gerne pflegen. Du wirst sicherlich auf so manche Eigentümlichkeit und Funfacts stoßen, die Dir ein Lächeln oder Kichern auf die Lippen zaubern. 

Und willst Du noch mehr über die Traditionen und internationale Weihnachtsbräuche unserer Nachbarn überall auf dem Erdenrund erfahren? Dann klicke gerne auf den jeweils verlinkten Artikel! In den einzelnen Artikeln zum jeweiligen Land findest Du dann wirklich alles Wissenswerte zum Weihnachtsfest vor Ort. 

Kurze Übersicht: Weihnachten in anderen Ländern

Die Länder sind alphabetisch geordnet von A-Z: 

Weihnachten in England

Weihnachten in England

Das Weihnachtsfest auf der Insel weist viele Parallelen zum Weihnachtsfest in den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Es gibt aber auch Unterschiede.

So bringt die Geschenke für die Kinder zur Weihnachtszeit in England zum Beispiel nicht Santa Claus, sondern Father Christmas. 

Die Weihnachtsansprache am ersten Weihnachtsfeiertag hält selbstverständlich die Queen. Monarchie ist auch zu Weihnachten Trumpf. Die Weihnachtsbäume sind quietschbunt. Unter Mistelzweigen darf wild geknutscht werden. Und gegessen wird üblicherweise Truthahn. 

Weihnachten in Frankreich

Bei unseren Freunden des gepflegten „Savoir Vivre“ sieht das Weihnachtsfest relativ ähnlich aus wie in Deutschland. Die Unterschiede liegen in den Details.

Der zweite Weihnachtsfeiertag ist in Frankreich zum Beispiel kein gesetzlicher Feiertag, wie der Tag das bei uns ist.

Zum Weihnachtsessen dürfen „Foie Gras“ (gestopfte Gänseleber) und als Dessert der „Bûche de Noël“ (der Weihnachtskuchen) nicht fehlen.

Die französische Weihnachtsdeko darf gerne mit viel Stechpalme sein. Und Weihnachten in Frankreich endet auch nicht am 26. Dezember. Es geht im Prinzip weiter bis zum Heiligen Dreikönigsfest am 6. Januar im neuen Jahr.

Weihnachten in Italien

Weihnachten in Italien

Das Weihnachtsfest im streng katholischen Italien ist ganz besonders vom guten Essen geprägt. Zwar wird zu Weihnachten überall auf der Welt geschlemmt, was das Zeug hält.

Aber in Italien und neben dem Apenninenland vielleicht nur noch in Polen wird mal so richtig aufgetafelt zu Weihnachten. Da kommt wirklich alles auf den Tisch!

Bescherung ist am 25. Dezember und es gibt sogar gleich zwei davon. Denn die Hexe Befana, die italienische Frau vom Weihnachtsmann, lässt sich ebenfalls nicht lumpen. Sie beschert die Kinder in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar, zum Heiligen Dreikönigsfest, ein zweites Mal

Weihnachten in Polen

Wie die Italiener nehmen es die nicht minder katholischen Polen ebenfalls extrem ernst mit der Weihnachtszeit. Weihnachten in Polen ist ein wahres Fest für Augen und Sinne und vor allem für die Familie und ihre Werte. Zur Christmesse gehen Erwachsene und Kinder oft stundenlang in die Kirche.

Darauf folgt ein opulentes Weihnachtsessen, das wohl ebenfalls den Zusatz Messe verdient hätte. Traditionell werden zwölf Gänge gereicht, wobei der Barszcz (Rote-Beete-Suppe) und die Piroggi (gefüllte Teigtaschen) nicht fehlen dürfen.

Die Geschenke für die Kinder bringt übrigens nicht der Weihnachtsmann, sondern der Sternenmann mit seinen Sternenjungen.

Weihnachten in Russland

Weihnachten in Moskau

Im äußersten Osten Europas, in Russland, ist es zu Weihnachten zuverlässig schön kalt. Kein Wunder, dass der Weihnachtsmann hier „Ded Moroz“ (Väterchen Frost) heißt. Er trägt auch keinen roten Mantel, sondern einen blauen.

Hilfe beim Geschenkeverteilen erhält er von seiner Enkelin „Snegurotschka“ (Schneeflöckchen). 

Weil die orthodoxe Kirche den sonst fast überall geltenden gregorianischen Kalender nie übernommen hat und weiterhin nach dem julianischen Kalender feiert, findet Heiligabend und Weihnachten in Russland offiziell erst im neuen Jahr am 6. und 7. Januar statt. Alles andere ist Vorfreude. Oder es ist eben dazu gemacht, um die Kinder bei Laune zu halten.

Weihnachten in Schweden

Fest der heiligen Lucia

Im hohen Norden Europas sind weiße Weihnachten meistens garantiert. Der Schnee fällt zur Weihnachtszeit in Schweden zuverlässig! In Schweden wird das Fest der Liebe sehr gesellig und fröhlich gefeiert.

Nach Essen und Bescherung tanzen die Schweden zum Beispiel gerne heiter und beschwingt um den Weihnachtsbaum. 

Früher brachte der „Julbock“ (ein Ziegenbock) hier die Geschenke. Heute macht das der „Jultomte“ (der Weihnachtsmann), der sich von freundlichen Wichteln begleiten lässt. Oder die Nachbarn und Freunde legen die Geschenke gleich selbst ins Haus.

Denn die Schweden lassen zu Weihnachten ihre Türen und Fenster unverschlossen für diesen schönen Brauch.

Weihnachten in Spanien

Weihnachten in Spanien

Das Weihnachtsfest in Spanien ist klimatisch bedingt selten weiß. Dafür ist es eines mit vielen Besonderheiten.

Bescherung und Geschenke gibt es erst am 6. Januar im neuen Jahr zum Tag der Heiligen Drei Könige.

Dafür gibt es zwischen Heiligabend und Jahreswende am 28. Dezember noch so etwas wie den 1. April für die Kinder. 

Jeder darf veräppelt werden! Humor scheint ohnehin Trumpf zu sein auf der iberischen Halbinsel. In die weihnachtlich heilige Krippe setzen sich die Katalanen sogar eine Figur, die den blanken Arsch zeigt.

Kurz vor Weihnachten am 22. Dezember findet mit „El Gordo“ zudem die weltweit größte Lotterie statt. Zwei Milliarden Euro sind dann stets im Lostopf.

Vergleichbare Weihnachtsbräuche auf der ganzen Welt

Wie unterschiedlich die Weihnachtsbräuche weltweit auch sind, bleiben einige Kernpunkte selbstverständlich überall gleich oder zumindest sehr ähnlich. Die Weihnachtszeit pflegt ihre Konstanten. Fast jeder nimmt an diesen teil oder respektiert sie zumindest. 

Welche Konstanten das sind? Und wie diese Traditionen chronologisch aufeinander abfolgen, wenn auch zuweilen die genauen Termine differieren? 

  • Heiligabend: Am 24. Dezember, dem Geburtstag von Jesus Christus, feiert jede Familie den buchstäblichen Heiligen Abend, kurz Heiligabend. 
  • Christmesse: Viele Menschen besuchen am 24. Dezember die Christmesse in der Kirche. Das ist einer der ältesten Bräuche des Christentums, vielleicht sogar die älteste Tradition zu Weihnachten. 
  • Feiertage: Der 25. Dezember, der erste Weihnachtsfeiertag, ist nahezu überall gesetzlicher Feiertag. 
  • Essen und Trinken ohne Ende: Fürstlich aufgetafelt wird das Festessen allerorten zumeist am ersten Weihnachtsfeiertag. Eingeladen ist oft die ganze Familie. 
  • Geschenke: Zur Bescherung schenken sich die Menschen gegenseitig Geschenke. Besonders viele Geschenke gibt’s für die Kinder. 
  • Gabenbringer: Die Geschenke für die Kinder überbringt oft eine sagenumwobene Märchenfigur, zumeist ist das der Weihnachtsmann, das Christkind oder eine verwandte Phantasiegestalt. Es ist wohl die beliebteste Tradition der Weihnachtsfeiertage. 
  • Weihnachtsende: Endgültig abgeschlossen sind die Weihnachtsfeierlichkeiten in allen katholischen Ländern erst mit dem 6. Januar des folgenden Jahres, mit dem traditionellen Fest zu Ehren der Heiligen Drei Könige
  • Weihnachtswerte: Weihnachten ist und bleibt das Fest der Familie, wenn alle Welt besinnlich innehält und sich selbst reflektiert. Ende Dezember herrscht Liebe und Frieden!

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