Weihnachten in Frankreich: Essen, Bräuche und Traditionen

Auch in Frankreich ist Weihnachten das Fest der Familie. An den Feiertagen steht das typisch französische Savoir-Vivre ganz hoch im Kurs, was man besonders an den leckeren Speisen merkt.

Bei aller Ähnlichkeit zu den deutschen Sitten gibt es in Frankreich trotzdem einige Dinge, die man bei uns anders machen würde. Doch gerade das macht die Zeit der Feiertage bei unseren französischen Nachbarn so liebenswert.

Weihnachten in Frankreich: Die wichtigsten Fakten und Unterschiede im Überblick

  • Der Heiligabend („le réveillon de Noël“) ist ein ganz normaler Arbeitstag bis zum frühen Abend.
  • Weihnachten feiern die Franzosen am 25. Dezember, der 26. Dezember ist kein Feiertag.
  • Der Adventskalender wird auch bei französischen Kindern immer beliebter.
  • Die Bescherung findet am Morgen des 25. Dezembers statt.
  • Frohe Weihnachten in Frankreich wünscht man mit „Joyeux Noël!“

Ein Fest der Sinne: So feiert man Weihnachten in Frankreich

Ein Weihnachtsfest ohne Réveillon gibt es nicht – das ist der typisch französische Weihnachtsschmaus. Und auch einen Weihnachtsbaum gibt es, den Sapin de Noël. Der Heiligabend ist in Frankreich allerdings noch ein normaler Arbeitstag, an dem man fast den ganzen Tag arbeiten muss.

Die Festlichkeiten beginnen deshalb auch erst am späten Abend. Hoch im Kurs steht die gemeinsame Mitternachtsmesse, an der die ganze Familie teilnimmt. Danach beginnen die Feierlichkeiten entweder zu Hause oder in einem Restaurant. Wer schon einmal ein typisch französisches Festmahl probiert hat, weiß die Küche zu schätzen.

An Weihnachten dreht sich also sehr viel um das Essen, doch darin unterscheidet sich Frankreich kaum von anderen Ländern in Europa. Ein typisch französisches Weihnachtsessen darf sich deshalb auch über mehrere Stunden ziehen, das ist nicht ungewöhnlich.

Weihnachten in Frankreich: So verläuft der Heilige Abend

Wer an Heilgabend keinen Urlaub nimmt, muss normal arbeiten. Eine frühere Ladenschlusszeit oder einen früheren Feierabend gibt es eher selten, und die Kinder müssen noch zur Schule. Die meisten Geschäfte haben sogar bis 20 Uhr offen.

Das Weihnachtsfest beginnt meistens mit der Messe, die nicht erst um Mitternacht stattfindet, sondern am späten Nachmittag. Danach steht das Weihnachtsessen auf dem Plan, das Réveillon. Hier gibt es meist das typisch französische Weihnachtsmahl, das mit ein paar leckeren Spirituosen noch besser schmeckt.

Typische Weihnachtstraditionen in Frankreich

Während der Nikolaus den Kindern in Frankreich die Vorweihnachtszeit eher selten versüßt, weil er nur im Elsass und zum Teil in Lothringen zu finden ist, verbreitet sich der Adventskalender in den Kinderzimmern immer häufiger. Diese nette Tradition soll den Kindern die Wartezeit auf den Heiligabend verkürzen und ist deshalb auch in Frankreich immer häufiger zu finden.

Traditionelle Weihnachtsessen

Das typische Essen an Weihnachten besteht aus einem Truthahn, der mit Kastanien gefüllt ist. Als Alternative kommt ein Kapaun mit einer Pflaumenfüllung in Frage. Auch ein Salat mit Austern oder geräuchertem Lachs und die typische gestopfte Gänseleber (Foie gras) dürfen nicht fehlen.

Weihnachten in Frankreich: Gestopfte Gänseleber (Foie gras)
Weihnachten in Frankreich: Gestopfte Gänseleber (Foie gras)

Abgerundet wird das Mahl mit Fisch, mit verschiedenen Käseplatten und mit vielen verschiedenen Delikatessen. Zum Abschluss wird die sogenannte „Bûche de Noël“, der Weihnachtsbaumkuchen serviert, er ist so etwas wie ein Nachtisch oder ein Kuchen, der an den Feiertagen jederzeit verzehrt werden kann.

Adventskranz, Weihnachtsbaum und Mistelzweig

Eine weihnachtliche Dekoration darf auch in Frankreich nicht fehlen. Wohnungen und Häuser werden mit Zweigen der Stechpalme verziert, davon verspricht man sich ein erfolgreiches nächstes Jahr. Der Weihnachtsbaum ähnelt dem deutschen Baum, er ist bunt geschmückt.

Die Tradition des Weihnachtsbaums (Sapin de Noël) soll übrigens im Elsass entstanden sein, von dort aus soll er sich nach ganz Europa verbreitet haben. Den Adventskranz (couronne de l’avent) kennt man in Frankreich eher nicht, er ist nur im Elsass und in einigen Teilen von Lothringen zu finden. Die Zimmer werden gerne mit Mistelzweigen dekoriert oder mit sehr auffallendem bunten Weihnachtsschmuck.

Der Weihnachtsbaum darf gerne künstlich sein, er wird häufig mit buntem Lametta und genauso bunten Kugeln verziert. Das Aufstellen des Baums passiert übrigens unter Umständen schon mehrere Tage vor Weihnachten, um die vorweihnachtliche Stimmung so lange wie möglich zu genießen.

Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte findet man eher im Osten von Frankreich, allerdings verbreiten sie sich heute immer weiter im ganzen Land. Den in Deutschland so beliebten Glühweinstand sucht man vergeblich, auch den Duft von Bratwürsten wird man vermissen. Ein französischer Weihnachtsmarkt ähnelt einem Handelsplatz, hier findet man Handwerkskunst und unterschiedlichste Spezialitäten.

Lebkuchenherz vom Weihnachtsmarkt
Lebkuchenherz vom Weihnachtsmarkt

Den ältesten und wohl auch bekanntesten Weihnachtsmarkt findet man in Straßburg. Er ähnelt den deutschen Märkten, was natürlich auch der geografischen Lage geschuldet ist. In der Provence gibt es ebenfalls weihnachtliche Märkte, auf denen aber überwiegend Krippenfiguren verkauft werden. Hier gibt es Figuren aus der klassischen Weihnachtsgeschichte, aber auch Figuren in den typischen Gewändern und aus den Berufen, die im 19. Jahrhundert üblich waren.

Weihnachtskrippen

Eine Weihnachtskrippe darf in einem französischen Haushalt nicht fehlen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, so dass mindestens in einem Zimmer pro Haus eine Krippe aufgebaut ist.

Dreikönigsfest

Das Dreikönigsfest bildet den Abschluss der Feierlichkeiten. Er wird allerdings nicht mehr am 6. Januar gefeiert, sondern am ersten Sonntag des neuen Jahres. An diesem Tag gibt es eine Galette des Rois, sie wird mit Freunden und mit der ganzen Familie gegessen. Das ist ein Kuchen, der aus Blätterteig oder Hefeteig besteht und mit Mandelcreme gefüllt ist.

Früher hat man in dem Kuchen eine Saubohne eingelegt. Heute handelt es sich eher um eine kleine Figur aus Plastik oder Porzellan. Wer die Figur findet, darf sich einen Tag lang wie ein König fühlen. Im nächsten Jahr muss diese Person dann die neue Galette des Rois besorgen.

Père Noel bringt in Frankreich die Geschenke

Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke – das ist auch in Frankreich so. Er kommt in der Nacht zwischen Heiligabend und dem ersten Feiertag. Dazu stellen die Kinder ihre Schuhe unter den Weihnachtsbaum oder direkt neben den Kamin.

Mit einem roten Mantel und einer Mütze bekleidet, hat er seine Geschenke auf dem Rücken und kommt in der Nacht unbemerkt durch den Schornstein. Die Geschenke füllt er dann in die Schuhe, wo sie am 25. Dezember morgens von den Kindern gefunden werden.

Regionale Unterschiede

Ein typisch französisches Weihnachtsfest gibt es eigentlich nicht. Die Unterschiede können je nach Region sehr unterschiedlich sein. In der Provence sind zum Beispiel Krippenspiele sehr beliebt. Das Festmahl ist äußerst großzügig und kann mit sieben Mahlzeiten und insgesamt 13 Nachspeisen auch als „Letztes Abendmahl“ durchgehen. Probiert man alle Nachspeisen, verspricht das Gesundheit und Glück für das nächste Jahr.

Im Elsass fängt die Weihnachtszeit schon mit dem ersten Advent an, endet dafür aber auch erst am Dreikönigstag. Der 04. Dezember ist ein Tag, der über Glück und Unglück im kommenden Jahr entscheiden kann. Dann schneidet man Zweig von einem Baum ab, stellt sie ins Wohnzimmer in eine Vase und wartet. Falls die Zweige an Weihnachten blühen, bringt das nächste Jahr Glück und Erfolg.

Typisch französische Weihnachtslieder

Weihnachtslieder gibt es auch in Frankreich. Einige Lieder sind sehr christlich und haben einen kirchlichen Hintergrund, andere Lieder sind eher weltlich geprägt. Typisch französisch sind zum Beispiel die Lieder „Les anges dans nos campagnes“, „Il est né, le divin enfant“ oder „Venez divin Messie“.

Weihnachten in Frankreich: Die häufigsten Fragen und Antworten

Wann ist Bescherung in Frankreich?

Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke in der Nacht vom 24. Dezember auf den 25. Dezember. Dazu stellen Kinder ihre Schuhe auf, diese werden dann mit Geschenken gefüllt.

Wie heißt das Weihnachtsessen in Frankreich?

Das typische Weihnachtsmahl heißt Le Réveillon. Es besteht aus einem mit Kastanien gefüllten Truthahn oder einem Kapaun mit Pflaumenfüllung.

Wie nennt man den Weihnachtsmann in Frankreich?

Der Weihnachtsmann trägt in Frankreich den Namen „Père Noël“, oder auch liebevoll "Papa Noël" genannt.

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