Weihnachten in Russland: Väterchen Frost bringt die Geschenke

Weihnachten und Silvester gehören so sehr zusammen, dass sie sogar gemeinsam gefeiert werden – so jedenfalls ist es in Russland. Überhaupt gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen dem deutschen und dem russischen Weihnachtsfest.

Wer einmal die Gelegenheit hat, in der Weihnachtszeit nach Russland zu reisen, wird sicher die eine oder andere Überraschung erleben. Besonders schön ist Weihnachten in Russland natürlich, wenn man dabei durch den hohen Schnee spazieren kann.

Die wichtigsten Infos und Unterschiede in der Übersicht

  • Geschenke kommen in Russland in der Silvesternacht am 31. Dezember.
  • Der russische Heilig Abend ist erst am 06. Januar.
  • Der russische Weihnachtsmann „Ded Moroz“ wird von seiner Enkelin begleitet und bei der Arbeit unterstützt.
  • Im Dezember liegt die traditionelle Fastenzeit Russlands. In dieser Zeit ernährt man sich eher spartanisch und zurückhaltend.
Weihnachten in Moskau
Weihnachten in Moskau

Der russische Weihnachtsmann trägt den Namen „Ded Moroz“

Wörtlich übersetzt bedeutet „Ded Moroz“ so viel wie „Väterchen Frost“. Er erinnert an den Weihnachtsmann, den wir auch in Deutschland kennen, der weiße Bart ist wohl überall auf der Welt bekannt. Allerdings unterscheidet sich die Farbe des Mantels nach der Region. Sie kann weiß, blau oder rot sein. Eine Mütze vervollständigt die Garderobe, und in der Hand trägt er ein Zepter. Passend zur kalten Jahreszeit ist die Spitze mit Eis verziert.

Der russische Weihnachtsmann muss seine Arbeit nicht allein erledigen. Tatkräftige Unterstützung erhält er von seiner Enkeltochter. Sie heißt „Snegurotschka“, das bedeutet so viel wie „Schneeflöckchen“ oder „Schneemädchen“.

Ded Moroz
Ded Moroz („Väterchen Frost“)

Die beiden sind gemeinsam unterwegs, um Geschenke zu verteilen. Glaubt man der Überlieferung, dann kommen die beiden aus der russischen Taiga, dort leben sie mit Tieren zusammen. „Schneeflöckchen“ ist mit einem blauen Mantel bekleidet und trägt entweder eine Krone oder eine reich bestickte Mütze.

Die Geschenke kommen übrigens in der Silvesternacht und nicht an Heiligabend, den wir in Deutschland kennen. In dieser Nacht – also in der Neujahrsnacht – feiern die Familien und verwöhnen sich mit leckeren Speisen.

Heilig Abend findet am 06. Januar statt

Von den Christen in Russland wird der Heilige Abend am 06. Januar begangen. In Deutschland ist das der Dreikönigstag, der in einigen Bundesländern auch ein Feiertag ist. Am 07. Januar feiert man in Russland Weihnachten, das ist der Erste Weihnachtsfeiertag. An diesem Tag wird auch die Fastenzeit beendet. An diesem Tag trifft man sich mit der ganzen Familie und feiert gemeinsam.

Die Abfolge der Feiertage mit der beginnenden Fastenzeit, dem Silvesterabend und dem Heiligen Abend mag für unser Verständnis etwas fremd sein, ist aber in erster Linie dem russisch-orthodoxen Glauben geschuldet.

Moskau zur Weihnachtszeit
Moskau zur Weihnachtszeit

Das russische Weihnachtsessen

Weihnachten ist in Russland kein Fest, das man mit einem großen Festmahl begeht. Zwar darf man sich einige Trockenfrüchte, Honig oder Nüsse erlauben, doch auf Eier und Milch, Käse, Fleisch oder Butter sollte man verzichten. Das liegt daran, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche diese Dinge in dieser Zeit nicht erlaubt. An Montagen, mittwochs und auch freitags wird erst nach der Messe am Abend gegessen. Dabei sollte man auf Wein, Öl und Fisch verzichten. Nur am Samstag und am Sonntag darf man Fisch essen. An den Tagen zwischen dem 02. Januar und dem 06. Januar sollte man auch keinen Fisch essen.

Während dieser Zeit des Weihnachtsfastens gibt es häufig Suppen, Breie aus Trockenfrüchten oder Pilzen und gegartes Gemüse. Kohlsuppe ist in dieser Zeit sehr beliebt, auch ein Buchweizenbrei darf verzehrt werden. Geschmorter Weißkohl wird vegetarisch und mit wenig Fett zubereitet. Früher fiel die Zeit des Weihnachtsfastens nach der Ernte. Damit wollte man sich bei den Göttern für eine gute Ernte bedanken und gleichzeitig lernen, alle Nahrungsmittel sorgfältig einzuteilen, um den harten und langen Winter zu überstehen.

Zu den traditionellen Weihnachtsspeisen gehören gefüllte Teigtaschen, sie heißen Pelmeni. Auch Manti sind gefüllte Teigtaschen, sie sind gedämpft und werden ebenfalls gereicht. Die Füllungen sind unterschiedlich, so dass diese kleinen Taschen immer wieder anders zubereitet werden.

Der Brauch des Weihnachtsfastens in Russland

Zum deutschen Weihnachtsfest ist man in Russland nach dem Glauben der russisch-orthodoxen Christen in der Fastenzeit. Deshalb sind alle Gerichte recht mager und bodenständig. Die Fastenzeit beginnt 40 Tage vor dem Weihnachtsfest. Nach ihrem Glauben kann nur die geistige und die körperliche Reinigung dazu führen, dass ein Gläubiger den Sohn Gottes mit einem reinen und unschuldigen Herzen empfängt. Die Zeit des Fastens beginnt am 28. November und endet am 06. Januar.

Weihnachten in Russland: Die häufigsten Fragen und Antworten

Wann wird in Russland Weihnachten gefeiert?

Anders als in Deutschland werden in Russland Weihnachten und Silvester am 31.12. zusammen gefeiert.

Wann ist Bescherung in Russland?

Die Bescherung findet in Russland immer am 6. Januar statt. Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern "Ded Moroz" (Väterchen Frost).

Wann feiert man in Heiligabend Russland?

Die russisch-orthodoxen Christen feiern Heiligabend („Sochelnik“) und Weihnachten am 06. und 07. Januar.

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