Nussknacker – Holzkunst aus dem Erzgebirge

Beim Stichwort „Nussknacker“ denken die meisten Menschen aus Deutschland zuerst an ein Werkzeug, mit dem sich Nüsse knacken lassen. Erzgebirgler und Fans der erzgebirgischen Holzkunst bringen mit dem Begriff aber vielmehr eine große Holzfigur in Verbindung, die in der Adventszeit in zahlreichen Familien zur Dekoration verwendet wird. Auffällig ist sie vor allem wegen ihrer großen Zähne, die sich durch einen Hebel auf der Rückseite der Figur öffnen und schließen lassen.

Nussknacker aus dem Erzgebirge – Was ist das überhaupt?

Ein Nussknacker aus dem Erzgebirge besteht aus Holz. Seine „Zähne“ lassen sich zwar öffnen und schließen, allerdings eignet er sich in der Regel nicht zum Knacken von Nüssen. Vielmehr wird er im Erzgebirge als Dekorationsobjekt und als Spielzeug verwendet. Zudem steht er für die traditionelle Weihnachtsdekoration: Zusätzlich zu Äpfeln und Pfefferkuchen hingen nämlich früher auch vergoldete Nüsse als Schmuck am Weihnachtsbaum.

Erzgebirgische Nussknacker sind genauso wie andere Holzfiguren aus dem Erzgebirge weltweit als Objekte der weihnachtlichen Dekoration bekannt. Insbesondere bei Sammlern sind sie heute sehr begehrt. Man kann die Nussknacker in drei Gruppen einteilen: Es gibt die Miniatur-Nussknacker, die zehn bis 16 Zentimeter groß sind, die großen Nussknacker mit einer Höhe von 20 bis 50 Zentimetern und die Olbernhauer Reiterlein-Nussknacker.

Der Nussknacker aus dem Erzgebirge – Geschichte und Hintergründe

Dekorative Nussknacker, die aus Holz bestehen, existieren schon seit dem 18. Jahrhundert. Je nach Region gab es aber Unterschiede zwischen den figürlichen Darstellungen: In Bayern waren die Nussknacker orientalisch angehaucht, während die Figuren in Südtirol lustige Gesellen nachbildeten, an denen sich speziell Kinder erfreuen sollten.

Wilhelm Friedrich Füchtner aus Seiffen gehört heute als Erfinder des Nussknackers wie wir ihn heute kennen. Er stellte die Holzfigur nach dem Vorbild eines Bilderbuches her: „König Nussknacker und der arme Reinhold“ Dieses Buch wurde 1851 von Dr. Heinrich Hoffmann herausgegeben und erzählt eine sehr schöne Geschichte: Ein kranker, armer Junge wird in seinem Traum von einem Nussknacker durch eine wunderschöne Spielzeugwelt begleitet. Als er danach aufwacht, findet er alle Spielsachen aus seinem Traum unter dem Weihnachtsbaum und wird sogar wieder gesund. Diese Geschichte war die erste, die eine Verbindung zwischen der Nussknacker-Figur und der Weihnachtszeit herstellte.

Die Herstellung der Nussknacker: Damals und heute

Für einen traditionell hergestellten Nussknacker sind über 100 einzelne Arbeitsschritte erforderlich. Produziert werden die Holzfiguren in der Regel in liebevoller Handarbeit. Sie bestehen aus Fichtenholz und sind in leuchtenden Farben gehalten, die von Hand aufgemalt werden. Es gibt auch Nussknacker, die einen Bart und Haare haben. Bei hochwertigen Modellen handelt es sich hierbei um Kaninchenfell. Zudem fand bei den historischen Nussknackern – die heute schon über 100 Jahre alt sind – auch Salzteig Verwendung. Daraus formte man damals die Augen und die Füße.

Fazit
Nussknacker sind ein festes Element der Advents- und Weihnachtszeit. In erzgebirgischen Familien findet man in jedem Haushalt eine dieser Holzfiguren, aber auch im Rest des Landes sowie über die Grenzen Deutschlands hinaus sind Nussknacker begehrt. Zwar lassen sich damit keine Nüsse knacken, aber als weihnachtliches Dekorationsobjekt gehören sie für viele Menschen einfach fest zur Weihnachtszeit dazu.